"Kellerbrand" im Wacholderweg
 
Degerloch:


Am Montag, dem 25. Juni 2012, wurde die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart, Abteilung Degerloch-Hoffeld, um 19.45 Uhr mit dem Stichwort "Brand 4 - Wacholderweg 24" per Meldeempfänger alarmiert. Nach weniger als drei Minuten rückte das Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 10/6 voll besetzt in Richtung Einsatzstelle aus. Während der Anfahrt teilte die Integrierte Leitstelle der Besatzung per Funk mit, dass es laut ersten Informationen durch Anrufer im Keller des Hauses brennt. Außerdem gehe man davon aus, dass sich noch Menschen im Gebäude befinden. Weiter teilte die Integrierte Leitstelle mit, dass die Kräfte der Feuerwache 5 in einem anderen Einsatz gebunden sind und der Löschzug der Feuerwache 1 aus der Stuttgarter Innenstadt noch einige Zeit bis zum Eintreffen am Einsatzort benötigen wird. Als das HLF 10/6 um 19.51 Uhr als erstes Fahrzeug der Feuerwehr im Wacholderweg eintraf, drang bereits dichter Rauch aus einem Kellerfenster auf der Straßenseite des Gebäudes. Eine Person machte mit lauten Hilfeschreien an einem Fenster im Obergeschoss auf sich aufmerksam. Ein Nachbar teilte den Einsatzkräften völlig aufgelöst mit, dass sich insgesamt noch vier Menschen in dem brennenden und völlig verrauchten Gebäude aufhalten. Nach einem lauten Knall schlugen meterhohe Flammen aus dem Kellerfenster. Ein erster Trupp unter Atemschutz machte sich sofort mit einem Löschrohr zum Eigenschutz gegen die Flammen auf die Suche nach den Vermissten. Einige Augenblicke später wurde ein zweiter Trupp auf die Suche nach Personen im Gebäude geschickt. Innerhalb weniger Minuten wurden drei der vier Vermissten gefunden, aus dem Haus gerettet und dem Rettungsdienst zu weiteren Versorgung übergeben. Zwischenzeitlich waren auch das Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS, das Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 sowie das Mannschaftstransportfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Degerloch-Hoffeld an der Einsatzstelle eingetroffen. Ein weiterer Trupp unter Atemschutz fand schließlich die vierte vermisste Person im ersten Obergeschoss. Da der Rückweg durch den giftigen Brandrauch im Treppenraum nicht möglich war, entschied man sich, die ansprechbare und nur leicht verletzte Person durch das Fenster über eine Leiter der Feuerwehr zu retten. Nachdem das Feuer gelöscht war, wurde das Gebäude abschließend mittels Hochleistungslüfter vom restlichen Brandrauch befreit. Glücklicherweise waren diese spektakulären Szenen nur Teil einer unangekündigten Alarmübung. Als die Meldeempfänger der Feuerwehrangehörigen Alarm schlugen, wussten diese nicht, dass es sich um eine Übung handelt. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass bereits nach weniger als drei Minuten ein voll besetztes Fahrzeug mit neun Feuerwehrangehörigen den Hof des Feuerwehrhauses in Degerloch verließ und sich mit Blaulicht und Martinhorn zum vermeintlichen Einsatzort begab. Mithilfe aufwändiger Pyrotechnik gelang es den wenigen Eingeweihten ausgesprochen lang, den Schein eines realen Brandeinsatzes aufrecht zu erhalten. Erst nach und nach wurde klar, dass es sich nicht um einen echten Einsatz handelt. Aber gerade weil alles unter derart realistischen Bedingungen ablief, zeigten sich die Übungsleiter umso zufriedener mit der gezeigten Leistung. Die Freiwillige Feuerwehr Degerloch-Hoffeld war an diesem Abend mit insgesamt 28 Feuerwehrmännern und -frauen im "Einsatz".
 

zu den Einsatzbildern 

zur vorherigen Seite